Thomas Hofmann (D)

Als Tim Powers 2002 erstmals Deutschland einen Besuch abstattete, fand seine Geschichte Night Moves Eingang in das Conbuch zum 5. Elstercon.

Die zugehörigen Illustrationen stammen von Thomas Hofmann, der im Genre längst kein Unbekannter mehr ist. Thomas stand mir zu diesem Thema Rede und Antwort.

Wie hast du die zu illustrierenden Szenen ausgewählt?

Ist schon ein Weilchen her, dass ich diese Illustrationen angefertigt habe. Insofern kann ich mich daran kaum noch erinnern. Ausgewählt habe ich die Szenen selbst, habe zuvor den Text gelesen. Wenn ich eine Story illustrieren soll, lese ich sie auch anders als sonst, strecke meine mentalen Fühler nach Motiven aus, die ich zeichnerisch umsetzen kann. Nach markanten Szenen, interessanten Figuren. Zumindest eine der beiden Zeichnungen lässt genau dies erkennen, denke ich; die andere am Ende der Story soll mehr die Stimmung der Geschichte einfangen, so wie ich sie verstanden und erlebt habe.

Wie fandest du die Geschichte selbst? Was war besonders markant für dich?

Die Geschichte gehört zu denen des Autors, die mehr im Hier und Heute angesiedelt sind. Mitunter, das muss ich zugeben, habe ich so meine Probleme damit; die „historischen“ Romane gefallen mir besser. Aber die unwirkliche Atmosphäre, getragen durch scheinbar „normale“ Leute, wie den „Zyklopen“, einen einäugigen Penner, und eben doch seltsam anmutende Gestalten, fand ich schon toll.

In welcher Technik wurden die Illustrationen erstellt?

In diesem Falle verwandte ich einfach nur einen Bleistift. Das mache ich nicht so oft, aber seit ein paar Jahren immer mehr. Mir liegt das Zeichenmittel, es macht mir Spaß, auch in Verdingung mit Kohle, was dann noch expressiver in der Wirkung wird. Da das Buch, in dem die Story gebracht wurde, richtig gedruckt wurde, konnte ich einen Bleistift einsetzen, ohne den Zorn des Herausgebers zu wecken. Wenn ich solche Bilder Fanzine-Herausgebern anbiete, ziehen sie erst mal Luft ein und fletschen die Zähne, weil Bleistiftzeichnungen bei Kopien nicht so gut rüberkommen.

Was ist mit den Originalen passiert?

Die gibt’s noch, liegen trocken in einer Mappe.

Kennst du noch andere Werke von Tim Powers und was hältst du von ihnen?

Na klar, kenne ich. Den ersten Roman, Die Kalte Braut, den ich von ihm kennen lernte, las ich vor allem während langer Wartesitzungen in einem Amt. Ich war sicher der einzige Mensch, der sich über das lange Warten nicht ärgerte.

Das Buch wurde unserem SF-Club in Halle vom Verlag als Rezensionsexemplar angeboten. Da damals niemand den Namen Tim Powers kannte, blieb er erst mal auf dem Tisch liegen. Alle Mann schoben ihn nur hin und her; sie schreckten vor der Fülle und dem Unbekannten zurück. Da habe ich es also versucht, und war hin und weg!

Inzwischen habe ich alle Romane gelesen, die es im Deutschen von ihm gibt. Am besten gefallen mir die älteren, die historisch unterlegten, Steampunk-Sachen, aber auch der SF-Roman Zu Tisch in Deviant's Palast.

Wie oben schon angedeutet, habe ich mit den neueren Büchern, wie Earthquake Weather, so meine Probleme, das aber auch als letzter Zeit einer Trilogie separat im Deutschen erschien; vielleicht fehlen mir da nur die ersten Teile zum besseren Verständnis. Auch Declare konnte mich nicht so sehr begeistern.

Biografische Notizen in eigenen Worten

Geboren im Dezember 1964, lebe in Halle a. d. Saale, verheiratet, seit Juli 2001 mit Sohn Albrecht.

Ein Großteil meiner Freizeit gehört der Phantastik. Wie man auf meinen Seiten leicht erkennen kann, zeichne ich viel. Seit 1988 versorge ich diverse Fanzines und Magazine der SF&F-Szene mit meinen Zeichnungen. Ein paar Buchprojekte waren auch darunter (da allerdings nicht nur aus dem phantastischen Metier). Die Zeichnerei ist mir ein liebes Hobby; meine Brötchen verdiene ich als EDV-Arbeiter. Insofern gelte ich als Laie, hoffe aber trotzdem, dass meine Bilder gut ankommen.

Illustrationen zu Night Moves

 
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